Inselrundfahrt Gran Canaria: Die Insel an einem Tag erleben
Drei Routen zwischen Gipfelregion, Nordwestküste und Süden
Gran Canaria lässt sich an einem Tag nicht komplett erfahren – aber gezielt in drei Varianten: die klassische Gipfelroute über Tejeda und Roque Nublo, die Nordwestroute entlang der Steilküste nach Agaete, oder die kompakte Südroute zu Dünen und Schluchten. Jede Route mit Zeitplan, Stopps und Verkehrsmittel-Empfehlung.
Überblick: Was an einem Tag realistisch geht
Eine Inselrundfahrt auf Gran Canaria wirkt auf der Karte nach einem entspannten Vormittagsausflug – die Insel misst gerade einmal 50 Kilometer im Durchmesser. Wer aber einmal die Serpentinen zwischen Santa Brígida und Tejeda gefahren ist, weiß: Höhenmeter zählen hier mehr als Kilometer. Auf engen, kurvigen Bergstraßen braucht eine Strecke, die auf dem Festland eine halbe Stunde dauern würde, hier leicht das Doppelte. Wer Gran Canaria in einem Tag erleben will, sollte sich deshalb für eine von drei klar abgegrenzten Routen entscheiden, statt zu versuchen, Norden, Zentrum und Süden in einer einzigen Tour zu verbinden. Jede der folgenden drei Varianten lässt sich in 8 bis 10 Stunden fahren, inklusive Stopps zum Fotografieren, Wandern und Essen – vorausgesetzt, man startet früh und plant Pausen realistisch ein.
Route 1: Die Gipfelregion – Bandama, Tejeda und Roque Nublo
Die klassische Rundfahrt mit dem Mietwagen führt von Las Palmas zunächst zum Vulkankrater Caldera de Bandama, dessen Aussichtspunkt nach rund 25 Minuten Fahrt erreicht ist. Weiter geht es über das beschauliche Santa Brígida hinauf nach Tejeda, einem der schönsten Bergdörfer der Insel, bekannt für Mandelblüte und Mandelgebäck. Von hier sind es nur wenige Kilometer zum Parkplatz unterhalb des Roque Nublo, dem Wahrzeichen der Insel – ein kurzer, etwa 45-minütiger Spazierweg führt zum Fuß des Felsens. Wer noch höher will, fährt weiter zum Pico de las Nieves, dem mit knapp 1.950 Metern höchsten Punkt Gran Canarias, bei klarer Sicht mit Blick bis zum Teide auf Teneriffa. Die Rückfahrt über Teror mit seiner Basilica de Nuestra Señora del Pino und den traditionellen Holzbalkonen rundet die Route ab. Wer ohne Mietwagen reisen möchte, kann Teile dieser Strecke auch mit der Ruta de las Cumbres per Linienbus nachvollziehen.
Route 2: Die Nordwestküste – Arucas, Agaete und Tamadaba
Diese Route bevorzugt, wer Steilküste und Kiefernwald der Steilküste vorzieht. Erster Stopp ist Arucas mit seiner neugotischen Kirche aus schwarzem Vulkangestein und der traditionsreichen Rum-Destillerie Arehucas. Weiter an der Küste entlang erreicht man Agaete und den Fischerhafen Puerto de las Nieves, idealer Ort für eine Mittagspause mit frischem Fisch und Blick auf die Steilfelsen der Westküste. Von dort schraubt sich die Straße hinauf in den Naturpark Tamadaba, einen der dichtesten Kanarenkiefernwälder der Insel, bevor man Artenara erreicht – das höchstgelegene Dorf Gran Canarias mit seinen in den Fels gebauten Höhlenwohnungen. Diese Route eignet sich besonders gut für Motorradfahrer: Die Straße zur Steilküste „Anden Verden" gilt unter Bikern als eine der schönsten Strecken der Insel.
Route 3: Der Süden kompakt – Dünen, Fataga und Guayadeque
Die kürzeste der drei Varianten lässt sich gut mit einem Flughafentransfer kombinieren, da Start- und Zielpunkt im Süden liegen. Ausgangspunkt sind die Dünen von Maspalomas, danach geht es ins Inselinnere nach Fataga, das wegen seiner Palmenhaine auch „Tal der tausend Palmen" genannt wird. Von dort führt die Strecke weiter zum Barranco de Guayadeque, einer tief eingeschnittenen Schlucht mit Höhlenwohnungen und -restaurants, in der die Geschichte der Ureinwohner besonders greifbar wird. Wegen der kürzeren Distanzen bleibt bei dieser Route mehr Zeit für Wanderungen in der Schlucht oder einen entspannten Nachmittag an einem der Südstrände.
Mietwagen, Motorrad oder Bus – was zu wem passt
Für alle drei Routen gilt: Mit dem Mietwagen ist man am flexibelsten, gerade bei spontanen Fotostopps an den zahlreichen Miradores. Wer lieber öffentlich unterwegs ist, kann Route 1 zumindest teilweise mit der Ruta de las Cumbres nachfahren, sollte aber Wartezeiten und seltenere Taktung in den Bergorten einplanen. Route 2 und 3 sind mit Linienbussen deutlich schwerer durchgängig zu bewältigen. Motorrad- und Rollerfahrer finden vor allem auf Route 2 ihre Lieblingsstrecke, sollten aber die Bergpässe bei Nebel oder Starkwind meiden.
Praktische Tipps für die Tagestour
Tankstellen sind im Inselinneren rar – vor der Abfahrt aus Las Palmas oder den Küstenorten auftanken. Ein früher Start gegen 8 oder 9 Uhr vermeidet nicht nur die Mittagshitze auf den Aussichtspunkten, sondern auch den Stau mit den Tagesausflugsbussen, die meist ab 10 Uhr an den bekanntesten Stopps eintreffen. Wer zu Reisekrankheit neigt, plant auf den kurvenreichen Strecken der Routen 1 und 2 lieber häufigere Pausen ein.
Verkehrsverbindungen
[Platzhalter – Linien und Haltestellen für Ruta de las Cumbres vor Veröffentlichung über guaguasglobal.com verifizieren]
Mehrtägig unterwegs?
Wer mehr Zeit hat und die Insel in zwei oder drei Tagen statt an einem einzigen erleben möchte, findet ausführlichere, mehrtägige Routenvorschläge künftig in einem eigenen Kapitel „Rundreisen" – dort lassen sich auch Übernachtungen im Inselinneren mit einplanen.